Von Dagmar Wagner on Montag, 23. September 2013
Kategorie: In eigener Sache

Verleihung des 6. Deutschen Biographiepreises an Dagmar Wagner

Liebe Leserinnen und Leser!

Letzte Woche am Freitag, den 20. September 2013 war es dann endlich so weit: Während der feierlichen Eröffnungszeremonie der 6. Nordwalder Biografietage wurde mir der 6. Deutsche Biographiepreis für die von mir im Jahr 2012 geschriebene und produzierte Privatbiografie "Mehr geht nicht! Lebenserinnerungen von Heinz J. Raith" verliehen. Na da habe ich mich aber gefreut, wie man auf dem Foto deutlich sehen kann!



Hier stehe ich gemeinsam mit meinem Laudator Stefan Schwidder vom Biographiezentrum und halte ziemlich strahlend meine Urkunde in den Händen!

Mein Laudator Stefan Schwidder vom Vorstand des Biographiezentrums hielt eine wunderbare Laudatio, richtig Mühe hat er sich gegeben, wofür ich ihm von Herzen danke!
Wer Interesse daran hat, kann sich diese nun durchlesen:

Laudatio von Stefan Schwidder für Dagmar Wagner anläßlich der Verleihung des 6. deutschen Biographiepreises am 20.9.2013

 

Im Bereich der Privatbiographien verleihen wir den Deutschen Biographie- preis 2013 an die Starnberger Biographin Dagmar Wagner für ihr Buch „Mehr geht nicht“, das sie im Auftrag ihres Kunden Heinz J. Raith geschrieben und ediert hat. Die Biographie zeigt beispielhaft die vielschichtigen, wertvollen Aspekte biographischer Arbeit.

Zunächst einmal überzeugt das Buch durch die inhaltliche und formale Gestaltung: Die Stimme von Heinz J. Raith ist authentisch wiedergegeben – man merkt beim Lesen sofort, dass es nicht Dagmar Wagner ist, die dort spricht, sondern hört Raith selbst aus seinem ereignisreichen Leben als erfolgreicher Modevertreter und Familienvater erzählen. Die persönlichen Berichte und Kapitel sind dabei immer wieder verwoben mit der Zeitge- schichte, vor deren Hintergrund sich familiäre Entwicklungen umso ein- leuchtender erhellen. So macht der Exkurs über die wirtschaftliche und politische Situation Deutschlands zur Zeit der Weltwirtschaftskrise nicht nur deutlich, in was für eine Welt Heinz J. Raith hineingeboren wurde, sondern erklärt auch die damit verbundenen privaten finanziellen und emotionalen Einschränkungen und Entbehrungen.

Neben der sprachlichen und strukturellen Gestaltung des Buches besticht die professionelle Grafik des Künstlers und Zeichners Fritz Wagner – kurioser Weise nicht der namensgleichen Autorin verwandt. Das Layout überzeugt durch stimmige Proportionen und eine ausgewogene, dem Text hervorragend angepasste Verteilung der Bilddokumente.

Neben dem „Was“ erscheint uns aber auch wichtig, das „Wie“ der Arbeit von Dagmar Wagner näher anzuschauen. Seit einem Vierteljahrhundert arbeitet sie als Regisseurin, Autorin, Moderatorin und Dozentin im Me- dienbereich. Das vorurteilsfreie Zuhören, Schreiben und Recherchieren, das Sie in diesen Berufen früh anwenden musste, halfen ihr, den Schritt zur eigenständigen Biographin leicht zu gehen. Als Dokumentarfilmregis- seurin und Drehbuchautorin hat sie die Lebens- und Familiengeschichten von Menschen aus unterschiedlichsten Gesellschaftsbereichen porträtiert.

Das Vertrauen jener, mit denen sie gearbeitet hat, hat sie dabei nie als Selbstverständlichkeit empfunden, sondern als großes Privileg und Ge- schenk, wie sie selbst sagt.

Das Arbeiten mit Menschen an ihren Biographien, so Wagner, sei daher ein logischer Schritt in ihrer beruflichen Entwicklung gewesen. Anders als im Tagesgeschäft der Medien, das oft anonym, schnelllebig und oberfläch- lich bleiben muss, sei die Auseinandersetzung mit Menschen, die sich die Zeit nehmen, sich an ihr Leben zu erinnern, es zu verarbeiten und nieder- schreiben zu lassen, viel ernsthafter – auch, weil man als Biograph oder Biographin im gemeinsamen Entstehungsprozess der Biographien sehr viel von sich gibt und sehr viel zurück bekommt.

Die mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnete Autorin, deren Filme auf den wichtigsten internationalen deutschen Filmfestivals in Berlin, München und Hof gezeigt wurden, beschreibt ihre Leitsätze als Biographin so: „Ich habe mich immer bemüht, meinen Interviewpartnern vorurteils- frei, offen, einfühlsam und positiv zu begegnen. Die Begegnungen mit so unterschiedlichen Menschen haben mein persönliches Leben sehr be- reichert. Ich habe immer wieder dazu gelernt, und bin dankbar dafür.“

Dankbar sind auch ihre Kunden für die professionelle und gleichzeitig empathische Begleitung – so kann die „ausgezeichnete“ Biographin von zahlreichen positiven Rückmeldungen ihrer Kunden berichten, deren Le- ben durch die gemeinsame Arbeit sich positiv verändert habe. Heinz J. Raith konnte zum Beispiel seine durch damalige Umstände schwierige Be- ziehung zu seinem Vater noch einmal neu betrachten und dabei auch ei- gene Schuldgefühle klären. Auch hier gebührt Dagmar Wagner Lob – hat sie doch intuitiv erkannt, welche zentrale (emotionale) Rolle der abwesende Vater für den jungen Heinz J. Raith gespielt hat und das Kapitel „Mein Vater“ an den Anfang der Biographie gestellt hat.

Raith gelang es zudem mit Dagmar Wagners Hilfe, selbstkritisch auf mit einer gesunden Portion Selbstironie auf sein Leben zu schauen, eigene Irrwege offen zu zeigen und das Erreichte gleichzeitig angemessen zu wür- digen. „Menschen, die Fehler nicht zugeben könne, haben’s echt schwer“, so Wagner. Die Lebenserinnerungen von Menschen, die sich in all ihren Stärken und Schwächen ehrlich zeigen, sind zudem viel glaubwürdiger und authentischer.

Aber auch innerhalb der Familie können durch eine solche biographische Begleitung neue Erkenntnisprozesse entstehen, da den Kindern zum Bei- spiel plötzlich bewusst wird, was ihre Eltern alles geleistet haben. Beruflich bedingt war Heinz J. Raith oft unterwegs und, wie er selbst be- dauert, zu wenig für seine Kinder Thomas und Michaela da. Nach der Lektüre seiner Biographie, so berichtet Dagmar Wagner, sei sein Sohn zu ihm gekommen und hätte ihn einfach nur innig umarmt – biographische Arbeit als Heilungs-, Verständnis- und Wachstumsprozess.

Vielleicht kann sie auch deswegen so einfühlsam und erfolgreich mit anderen Menschen arbeiten, weil sie die Schattenseiten des Lebens aus eigener Erfahrung gut kennt. So haben die Schrecken des Zweiten Welt- kriegs auch ihre Familie getroffen: Ihre Mutter musste als Kind aus Ost- preußen fliehen, Großvater und Onkel als einfache Soldaten in langjähriger Kriegsgefangenschaft verbringen. Auch in ihrem eigenen Leben gab es Täler zu durchwandern, sie hat selbst die Sonnen- und natürlich auch die ein oder andere Schattenseite enger familiärer Bande erlebt.

So zeichnen wir heute nicht nur ein einzelnes sehr gelungenes Beispiel einer optisch und inhaltlich ansprechenden Biographie aus, sondern auch die professionelle, verantwortungsbewusste, empathische – und damit vorbildliche – Arbeit der Biographin Dagmar Wagner. 

 

Übrigens: Jeder kann eine Privatbiografie zur Vorauswahl für die Nominierung zum Deutschen Biographiepreis einreichen. Man muss nicht Mitglied des BIOGRAPHIEZENTRUMS  sein!
Also dann, nur zu! Wer Fragen dazu hat, kann sich jederzeit an mich wenden!
Viel Glück!

Alles Gute kommt von Ihrer Dagmar Wagner

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